Nico Zorn schrieb eine Mail an Flickr, in der er die aktuelle Zensur- bzw. Filterungspolitik Flickrs kritisierte (durchaus zurecht) und ankündigte, aus diesem Anlass in absehbarer Zukunft zu einem anderen Anbieter zu wechseln.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass Sie flickr für deutschsprachige Kunden zensieren (http://www.flickr.com/groups/404938@N23/…).
Für dieses Vorgehen habe ich kein Verständnis und werde unter diesen Umständen in den nächsten Tagen zu einem anderem Fotodienst wechseln.
Mit freundlichen Grüßen
Nico Zorn
Flickr antwortete im locker-flapsigen Ton mitsamt dem Link zur Löschung seines Accounts.
Sehr geehrte Herr Nico Zorn,
vielen Dank für Ihre Nachricht an Yahoo! Deutschland. Wir haben eigentlich keine Lust, Ihnen das zu verraten… aber… natürlich können Sie Ihren Account jederzeit löschen. Hier ist ein Link: http://www.flickr.com/profile_delete.gne
Bei weiteren Fragen oder Problemen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Yahoo! Customer Support
Yahoo! Deutschland
Kurze Pause: Luft holen und nachdenken.
Mit ein wenig Phantasie und Abstraktionsvermögen kann man sich - meiner Meinung nach - ohne weiteres vorstellen, dass diese Antwort aus den Textbausteinen "Anrede" und "Kunde will Account löschen" zusammengeklickt wurde. Wer davon ausgeht, dass bei Flickr/Yahoo Antworten auf Standardanfragen (und die Filterung gab traurigerweise genügend Anlass, darauf bezogene Kritikmails in den Reigen der Standards emporsteigen zu lassen) per Hand und persönlich zusammengetippt werden, ist ein Phantast.
Jedoch reißt der Handlungsablauf "Ich schreibe eine Kritikmail und bekomme eine Standardantwort" niemanden so wirklich vom Hocker. Aber Flickr steht gerade eh in der Schusslinie, also nutzen wir die Gelegenheit und konstruieren ein "Ich habe Flickr kritisiert, als Antwort legen die mir eine Löschung meines Accounts nahe!".
Grandios! Das schlägt ein wie eine Bombe!
Tut es auch. Und alle (naja, fast) hauen kräftig mit drauf. Jawoll! Lassen wir den bösen, großen Zensierer die ungefilterte und brutale Macht der Blogosphäre spüren!
Leider demonstrierte dieser Feldzug auch, wie beliebt und verbreitet das Nachplappern ist - insbesondere, wenn allgemeines Unternehmensbashing angesagt ist.
Disclaimer:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass Sie flickr für deutschsprachige Kunden zensieren (http://www.flickr.com/groups/404938@N23/…).
Für dieses Vorgehen habe ich kein Verständnis und werde unter diesen Umständen in den nächsten Tagen zu einem anderem Fotodienst wechseln.
Mit freundlichen Grüßen
Nico Zorn
Flickr antwortete im locker-flapsigen Ton mitsamt dem Link zur Löschung seines Accounts.
Sehr geehrte Herr Nico Zorn,
vielen Dank für Ihre Nachricht an Yahoo! Deutschland. Wir haben eigentlich keine Lust, Ihnen das zu verraten… aber… natürlich können Sie Ihren Account jederzeit löschen. Hier ist ein Link: http://www.flickr.com/profile_delete.gne
Bei weiteren Fragen oder Problemen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Yahoo! Customer Support
Yahoo! Deutschland
Kurze Pause: Luft holen und nachdenken.
Mit ein wenig Phantasie und Abstraktionsvermögen kann man sich - meiner Meinung nach - ohne weiteres vorstellen, dass diese Antwort aus den Textbausteinen "Anrede" und "Kunde will Account löschen" zusammengeklickt wurde. Wer davon ausgeht, dass bei Flickr/Yahoo Antworten auf Standardanfragen (und die Filterung gab traurigerweise genügend Anlass, darauf bezogene Kritikmails in den Reigen der Standards emporsteigen zu lassen) per Hand und persönlich zusammengetippt werden, ist ein Phantast.
Jedoch reißt der Handlungsablauf "Ich schreibe eine Kritikmail und bekomme eine Standardantwort" niemanden so wirklich vom Hocker. Aber Flickr steht gerade eh in der Schusslinie, also nutzen wir die Gelegenheit und konstruieren ein "Ich habe Flickr kritisiert, als Antwort legen die mir eine Löschung meines Accounts nahe!".
Grandios! Das schlägt ein wie eine Bombe!
Tut es auch. Und alle (naja, fast) hauen kräftig mit drauf. Jawoll! Lassen wir den bösen, großen Zensierer die ungefilterte und brutale Macht der Blogosphäre spüren!
Leider demonstrierte dieser Feldzug auch, wie beliebt und verbreitet das Nachplappern ist - insbesondere, wenn allgemeines Unternehmensbashing angesagt ist.
Disclaimer:
- Ja, ich habe einen Flickr-Account
- Ja, ich lege Wert darauf, selbst zu bestimmen, welche visuellen Eindrücke ich ohne psychischen Schaden verarbeiten kann
- Nein, ich brauche dafür keine Hilfe durch vorsorglich eingesetzte Filter
- Ja, ich bin der festen Überzeugung, dass das selbstständige Denken nur eine Bereicherung des Homo Sapiens darstellt, wenn man es auch einsetzt.
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