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Dienstag, 21. August 2007

Eine kleine Bemerkung von Frau Larousse brachte mich zum Grübeln, während ich (ohne jeglichen erotischen Bezug) am Hauptbahnhof auf meinen (wieder mal verspäteten) Zug wartete.

Sex ist nicht nur ein prima Verkaufs- und Anbiederungsinstrument, sondern beschreibt per se ein weites Feld von Tätigkeiten, welches von Kuschel- oder Blümchensex über allerlei mehr oder weniger gewaltbezogene Tätigkeiten bis hin zur Befüllung dieser oder jener Körperöffnung mittels Extremitäten und Objekten, deren Ausmaß den Mediziner stirnrunzelnd aber anerkennend nicken und den Ingenieur in der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung vor Neid erblassen lässt.
Nun, für die Basisbeschäftigung "Beischlaf" gibt es einen Haufen von Synonymen, die zwar ein und dasselbe beschreiben, aber dennoch durch ihre Etymologie und/oder ihren Klang und Charakter eine gewisse Abstufung darstellen. Davon werde ich mal eine kleine Auswahl näher beleuchten.
  • Liebe machen, sich lieben (als Tätigkeit) oder den Beischlaf vollziehen
    Die bevorzugte Wortwahl für den eher verklemmten Typ Mensch, der am Samstagabend nach der Sportschau gerne mal seinen Lullu in die Mumu des holden Eheweibs schiebt. Tendenziell Schnauzbartträger, lässt die Socken gerne dabei an und löscht diskret das Licht.
    Die harmlos bis sachliche Umschreibung des Geschlechtsaktes lässt sich so eben noch ohne Schweißausbrüche und Erröten verwenden; allein das Wort "Sex" klingt in seinen Ohren schon obszön.
  • Koitus
    Die pure Sachlichkeit. Dient eigentlich nur der Beschreibung durch Außenstehende bei gegebenen Anlässen (Arztbesuch, Gerichtsverfahren, Obduktion); die Anwendung in der Praxis hat sich durch vollkommene Abwesenheit von erotischem Klang nicht bewährt und bringt höchstens potenzielle Geschlechtspartner mit einem ausgeprägten Medizinfetisch in Wallung.
  • Vögeln
    Der unkomplizierte Geschlechtsverkehr ohne weitere (geplante) Verpflichtungen, mit deutlich ausgeprägter Spaßkomponente, die erst dann endet, wenn der Geschlechtspartner, um geruhsamen Schlaf oder dem/der nächsten Platz zu schaffen, postkoital aus dem Bett fliegt.
    Lassen Sie uns eine Minute angesichts dieses wundervollen Wortspiels innehalten.
  • Poppen
    Die Steigerung von "Vögeln", der Wortlaut lässt schon erahnen, dass die gegenseitige Zuneigung zugunsten der reinen Tätigkeit in den Hintergrund rückt. Dicht gefolgt vom Stöpseln, welches insbesondere den formidablen luft- und wasserdichten Formschluss der beteiligten Körperpartien betont.
  • Bumsen und Knallen
    Auch dem Laien bleibt es nicht verborgen, dass hier nun die akustische Komponente zur Geltung kommt, unter Einbindung sowohl guturaler bis hochfrequenter Lustbekundungen als auch mechanischer Lauterzeugung mittels Möbelstück und Mauerwerk. Aber bitte nicht in der Mittagszeit und nach 22:30 Uhr, soviel Ordnung muss sein. Vermutungen, es könne sich auch um eine mit einer bemerkenswerten Druckwelle verbundenen Defloration handeln, können guten Gewissens der Katergorie "Ammenmärchen" zugeordnet werden. Auch die spontane Tötensensche Schwellkörperruptur verkörpert lediglich Einzelfälle abseits des geplanten Geschehens und wird hier nicht weiter berücksichtigt.
  • Einen wegstecken
    Ausdruck purer und zweckbezogener Lapidarität. Es wird sowohl toleriert als auch bewusst in Kauf genommen, dass der oder die besteckte währenddessen telefoniert, einen Kaffee schlürft oder anderweitigen Beschäftigungen nachgeht.
  • Rammeln, Tackern und Nageln
    beinhaltet zweierlei Interpretationsansätze:
    1. Effizienz, bezogen auf die Geschwindigkeit des Aktes
    2. Effizienz, bezogen auf die Masse der Abfertigungen
    Nicht zwingend, aber gerne in Kombination ausgeübt.
  • Ficken
    Obwohl von Unkundigen oft für jegliche Aktcharaktere benutzt, weist schon die Herkunft darauf hin, dass es hier ordentlich zur Sache geht. Krafteinsatz und Reibung spielen die Hauptrolle, Präfixe wie Faust-, Titten- und Arsch- fühlen sich hier zudem pudelwohl, was durchaus als richtungsweisend vermerkt werden darf.
    Obacht: "verfickt" wird rein als Attribut gebraucht; eine verbale Form wie beispielsweise "Ich habe mich verfickt." ist zwar eine originelle Entschuldigung für einen Fauxpas in abgedunkelten Lokalitäten, aber unüblich.
Dies soll fürs erste reichen. Ich verabschiede mich in der guten Hoffnung, Ihnen einen seriösen Überblick geboten zu haben.

Nachspiel:
Lauschen Sie nun einer oralen Darbietung meiner Gedanken durch Mme. Larousse.

Und alles mit dem Mund gemacht!
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na, auf Ihre google-referrer bin ich gespannt. =)

Ach was!

Es gibt schlimmeres. :)

Orinoko schrieb am 21. Aug, 09:42 Uhr:

Bezugnehmend auf eine vor Wochen gestartete Aktion des Vorlesens von Posts duch Mitblogger, möchte ich an dieser Stelle eindringlich auf meinen Wunsch aufmerksam machen, daß dieser hier von Frau Larousse, stimmungsvoll intoniert, als Podcast veröffentlicht wird.
Danke *verneig

Au ja!

Ich bin uneingeschränkt dafür!

Da kann ich ja schlecht kneifen nein sagen...
Mal sehen, was sich machen lässt!

Orinoko antwortete am 21. Aug, 13:11 Uhr:

tres chique :-D

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Wo war noch gleich...

 

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Kommentiert

war schon immer so...
Meine Urgroßmutter wurde der Legende nach in...
Ly (Gast) - 25. Nov, 19:46
Einerseits eine nette...
Einerseits eine nette Idee, andererseits hat $abteilung...
banger - 22. Nov, 11:45
150 Gramm
muss man da erst mal rauslutschen. Ist eine ganze Menge.
pathologe - 22. Nov, 09:55
Sollte
man dann $abteilung behandeln wie Chefs Tochter, soll...
pathologe - 22. Nov, 09:54
Es kann natürlich...
Es kann natürlich ebensogut sein, daß einfach...
virtualmono - 22. Nov, 04:23
:-)
"kurzfristige aber heiße Amourösitäten...
lightdot (Gast) - 21. Nov, 08:36
Ja, die Welt ist heute...
Ja, die Welt ist heute wirklich ein wenig kaputter...
localhost - 20. Nov, 17:57
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aufpassen, das ist lediglich der preis für 150...
aiiiia - 20. Nov, 13:57

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