2x U 75 am Nikolaus-Knopp-Platz

"Denken Sie daran, meine Herren," - Fahrlehrer Söber schaute sich noch einmal im Schulungssaal der Rheinbahn vergewissernd um, ob er auch keine Dame übersehen hatte, sein strenger Blick riss Fahrschüler Horst aus einem kurzen Tagtraum - "wenn Sie eine Straßenbahn führen, gilt an Haltestellen immer der Grundsatz «Erst bimmeln, dann losfahren».
Wenn Sie losfahren, ohne vorher zu bimmeln, und sie machen einen Fußgänger platt, dann bedeutet das für alle Beteiligten jede Menge Ärger. Wenn Sie aber gebimmelt haben, und so ein Doofhonk befindet sich immer noch auf den Gleisen, dann dürfen Sie ihm mit Schwung den Arsch abfahren, dann isser selber schuld!"

Applaus brandete auf, gefolgt von frenetischem Jubel. Die Fahrschüler stimmten übermütig einen Sprechchor an: "Erst bimmeln, dann losfahren! Erst bimmeln, dann losfahren!".
Begleitet von Indianergeheul wurde eine spontane Polonaise durch das gesamte Rheinbahngebäude veranstaltet. "Erst bimmeln, dann losfahren! Erst bimmeln, dann losfahren!" Im Flur traf die Meute auf Fräulein Erika aus der Fahrdienstleitung; sie wurde übermütig hochgehoben und auf Händen über den Köpfen der Prozession mitgetragen. Was für ein Tag! Welch weise Lehre! "Erst bimmeln, dann losfahren! Erst bimmeln, dann losfahren!"
Im Foyer des Gebäudes angekommen, mahnte Fahrlehrer Söber verschmitzt lächelnd, wieder zur Ruhe zu kommen. Man ließ Fräulein Erika wieder hinunter und klopfte sich gegenseitig lachend auf die Schulter. "Mann, ist das schön!"
Fräulein Erika versuchte, sich die etwas zerzauste Dauerwelle wieder zu richten. Horst erhaschte einen Blick durch die kurzen Ärmel ihrer Bluse; zu seiner hellen Freude war bei der Aktion ihr BH verrutscht und er konnte ihr direkt auf die Hupen gucken. Volles Nippelpanorama! Der Anblick beschehrte ihm noch lange Zeit süße Träume und außerordentlich oft gewechselte Bettlaken.

Die Prüfung absolvierte Horst mit Bravour, von nun an führte er ein glorreiches Straßenbahnfahrerleben und bimmelte immer ordnungegemäß, bevor er losfuhr. Fast ärgerte er sich ein wenig, dass er wohl zu gut bimmelte, denn bevor er Gas geben konnte, stieben die Leute ob seiner Bimmelei wie von der Hummel gestochen von den Schienen. So konnte er immer nur brav applaudieren, wenn seine Kollegen abends in der Kneipe angaben, wie vielen Leuten sie im Laufe des Tages - natürlich nach erfolgtem Anbimmeln - den Arsch oder andere Körperteile abgefahren haben. Manchmal wurden sogar grölend Fotos herumgereicht, aber da schaute Horst nur kurz hin, denn da wurde ihm schlecht von.
Ein ums andere Mal ließ er den kleinen Film, mit dezentem Barjazz untermalt, vor seinem inneren Auge ablaufen, in dem Fräulein Erika in Zeitlupe lächelnd ihre Arme hob und ihm Einblick in ihre Oberkörperbestückung gewährte. Wenn die Kollegen das mitbekamen, stießen sie sich gegenseitig an und lachten. "Kumma, der Horst, der pennt schon wieder am Tresen!"

Erika, Erika, Erika. Die Erinnerung an ihren Anblick zauberte ihm jedes Mal ein Lächeln auf die Lippen. Die Tage konnten noch so beschissen sein, der Gedanke an Erika baute ihn immer wieder auf.
Draußen ist das Wetter schlecht. Erika - och, es gibt schlimmeres.
Ein Blick auf den Kontoauszug. Erika - das gleiche ich nächsten Monat bestimmt wieder aus.
Seine Frau motzt ihn an. Erika - lass sie nur, ich höre gar nicht hin.
Seine Frau steigt nackt aus der Dusche. Erika - hm. Erika, Erika, ERIKA! - na bitte, geht schon wieder.
Seine Frau fragt, an was er gerade denkt. "Erikas Hupen." - verdammt, falsche Antwort, ganz falsche Antwort.

Keifend schmeißt die Olle raus, Horst ist aber alles egal. "Schön", denkt er sich, "ein weitere Hindernis zu Erika ist aus dem Weg geräumt!" und beginnt seine Spätschicht. Leise, aber fröhlich singend fährt er seine Stationen ab. "E-herika e tenersi per mano andare lontano la E-herika. E il tuo squardo innocente in mezzo alla gente la E-heriSCHEISSE!" - das Orchester verstummt schlagartig, als Horst aus seinen Träumen gerissen wird. Verdammt! Er hat das Bimmeln vergessen und muss nun voll in die Eisen steigen, denn auf einmal steht der blöde Banger mitten vor seiner Bahn auf den Gleisen, macht ganz große Augen und hüpft - Uiuiuiuiui, das war knapp! - zur Seite.

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Ich denke, aufgrund des...
Ich denke, aufgrund des mehrfach angesprochenen und...
NeonWilderness - 2. Dez, 15:26
Umlaute
werden eh ueberbewertet. Und ausser in der Tuerkei...
pathologe - 1. Dez, 15:06
Ich vermute, dass Sie...
Ich vermute, dass Sie sich irren. Sicherlich beschäftigt...
localhost - 1. Dez, 14:55
Geht völlig problemlos....
Geht völlig problemlos. Zu bewundern bei meiner...
schlauschiesser - 1. Dez, 13:57
@ banger: das versteh...
@ banger: das versteh ich ja auch nicht ganz. die batterien...
aiiiia - 1. Dez, 11:56
Alternativ
dazu meine Herzdame: schlaeft die halbe Nacht vor dem...
pathologe - 1. Dez, 11:46
Wobei:
Lieber einen ungerechtfertigten Polizeiansatz (und...
banger - 1. Dez, 11:33
frau idorus großmutter...
frau idorus großmutter macht das auch immer....
aiiiia - 1. Dez, 11:25

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Tanzlehrer - 2. Dez, 16:45

Tanzlehrer - 2. Dez, 15:17
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Wobei:
Lieber einen ungerechtfertigten Polizeiansatz (und...
banger - 1. Dez, 11:33
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