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Freitag, 15. Februar 2008

Relativ überrascht stellte ich heute morgen beim Durchblättern der Zeitung fest, dass Sylvester Stallone sich ausnahmsweise mal hinter das Maschinengewehr die Kamera gesetzt hat, um den vierten Teil der Rambo-Reihe als Regisseur zu drehen. Natürlich stand er selbst auch vor der Kamera, um den Hauptdarsteller zu mimen.
Angekündigt wurde Actionkino ganz im Stil der alten Rambo-Filme mit gutmütigem Verzicht auf eine allzu komplizierte Handlung samt Dialogen und mit dem Fokus auf zahlreiche Elimination der Gegner mittels diversen Waffen.
Kurzerhand sind Joe und ich dann heute abend ins Kino marschiert und wurden nicht enttäuscht - das war Oldschool ohne wenn und aber! Das Gehirn wurde pflichtbewusst an der Kasse abgegeben, wo es sich der Kassierer nicht nehmen ließ, die Qualität des Films durch das Attribut "im Durchschnitt 2,5 Tote pro Minute" anzupreisen.

Die Handlung (*hust*) überzeugte durch schlichte und unverblümte Linearität, die Dialoge beschränkten sich auf das Notwendigste - fast wie in einem ordentlichen Porno, nur nicht ganz so bescheuert.
Die Klassifizierung der Beteiligten in "gut" - mit den Unterkategorien "naiv, unbewaffnet" (christlicher Missionars- und Hilfstrupp, der erwartungsgemäß in diverse Unannehmlichkeiten gerät), "strunzdumm, aber dafür bezahlt und gut bewaffnet" (eine Handvoll Legionäre, deren vorgesehenes Scheitern mehr oder weniger durch den Hauptdarsteller vereitelt wird) und "Held, aber was für einer" (Rambo) - und "böse, menschenverachtend, strunzdumm und außerordentlich gewaltbereit" (burmesisches Militär) fällt durch kräftig gezeichnete Stereotypien leicht, der Zuschauer wird auch nicht durch Überläufer, Verräter oder sonstige Twists überfordert.

Statt dessen gibt es unentwegt und ordentlich was auf die Mütze, Unmengen an Pyrotechnik und CGI-Blutbäder in bester B-Movie-Qualität runden das Bild ab. Sanftere Gemüter dürfte es etwas bedrücken, dass weder Frauen noch Kinder verschont werden und geschätzte 50% der Darsteller sich vor ihrem Drehschluß noch von diversen Extremitäten verabschieden dürfen.
Zusätzlich kommt noch eine alte englische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg zum verspäteten Einsatz (Junge, die räumt wat weg!), ein pazifistischer Missionar ist letztendlich doch von der Option überzeugt, seinem Gegner nach biblischen Vorbild mit einem Stein die Omme einzuschlagen, Rambo muss die obligatorische Fleischwunde einstecken (diesmal mangels Nähzeug ohne Vor-Ort-Reparatur) und der Ober-Bösewicht, welcher gerne kleine Jungs vernascht, wird stilecht mit einem selbstgeschmiedeten (Oho! Der Mann kann was!) Buschmesser zur Strecke gebracht. Apropos Messer: nicht nur dieses, auch der obligatorische Bogen kommt wenig friedvoll zum Einsatz, doch zu guter Letzt kann der Hauptdarsteller dem Sex-Appeal eines großkalibrigen Maschinengewehrs nicht widerstehen. Dat räumt natürlich wieder ordentlich.
Finale: Gegner weg, ein paar Kollateralschäden, hurra. Rambo kehrt wieder in die Vereinigten Staaten auf die Farm seines Vaters zurück. (Briefkastenaufschrift: "R. Rambo". Rolf? Rudi? Ronald? Das Rätsel wird vielleicht im nächsten Sequel gelöst.)

Randnotizen:
Der oben genannte Kassierer saß während des Films dann neben uns und komplettierte den Unterhaltungswert durch regelmäßige "Boah!"-Rufe und Lachsalven.
Warnung: je länger und friedlicher ruhige Phasen in solchen Filmen werden, desto heftiger ist der folgende Bombeneinschlag, der einen vor Schreck fast vom Sitz schmeißt. Es sei denn, man ist darauf vorbereitet - ich war es nicht.
Laut Abspann gibt es in Thailand diverse Vornamen, die auf -porn enden. "Songporn" zum Beispiel. Mit solchen Namen möchte man sich nicht in anglophonen Gebieten aufhalten, wirklich nicht.
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R. Rambo = Rocky Rambo? Vielleicht ist ja eine Zusammenführung geplant??

Boah, ein spoiler. Jetzt kenne ich quasi schon den ganzen Film und reingehen lohnt kaum noch ;)

Ich habe lange mit mir gehadert, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass man bei diesem Genre kaum Handlung verraten kann. Darf ich Ihrem Smiley entnehmen, dass Sie das genau so sehen? :)

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Wo war noch gleich...

 

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Kommentiert

Nun,
um es kurz zu machen: Von der einmaligen Anwendung...
banger - 22. Dez, 23:07
So isses recht: nix umkommen...
So isses recht: nix umkommen lassen sondern tapfer...
Schlauschiesser (Gast) - 21. Dez, 12:57
Da
scheint etwas grün-dlich schiefgegangen zu sein.
pathologe - 19. Dez, 15:27
Ich ließ mir mal...
Ich ließ mir mal sagen, dass Aborigines eher...
banger - 18. Dez, 13:44
Waschen?
Ach, wieso? Es moost doch gerade so schön zu.
banger - 18. Dez, 13:43
Da ist wohl jemand
der Fremdenlegion beigetreten! Oder Sie sollten sich...
flo (Gast) - 18. Dez, 13:40
Herr Banger, sind Sie...
Herr Banger, sind Sie jetzt unter die Aborigines gegangen?...
NeonWilderness - 18. Dez, 01:52
Öh...
Nee, den Listenpunkt "Weihnachtsmarkt" habe ich dieses...
banger - 15. Dez, 16:23

Album

Mein Senf

Nun,
um es kurz zu machen: Von der einmaligen Anwendung...
banger - 22. Dez, 23:07
Ich ließ mir mal...
Ich ließ mir mal sagen, dass Aborigines eher...
banger - 18. Dez, 13:44
Waschen?
Ach, wieso? Es moost doch gerade so schön zu.
banger - 18. Dez, 13:43
Öh...
Nee, den Listenpunkt "Weihnachtsmarkt" habe ich dieses...
banger - 15. Dez, 16:23
Das sieht mir ziemlich...
Das sieht mir ziemlich nach diesem Problem aus. Hoffe...
banger - 11. Dez, 09:53

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