Unlängst führte ich eine kurze, wenn auch noch sachliche Auseinandersetzung in den Kommentaren eines anderen Blogs über die Verwendung des Apostroph zur Hervorhebung von Eigennamen. Geschlagen wurde ich mit dem Verweis auf §97 E der amtlichen Sprachregelung (mir sei ein kurzes, kräftiges 'Verdammt!' erlaubt), die Hervorhebung von Eigennamen durch Apostrophierung gestattet. Eine Diskussion über die Akzeptanz falscher, oder vielmehr unsinniger Regelungen durch Paragraphenhörigkeit und darüber, dass etwas noch lange nicht richtig sein muss, weil es viele falsch machen, habe ich bewusst nicht vom Zaun gebrochen; zu unwürdig war mir ein Gestreite mit jemandem, der glaubte, Linguist zu sein, weil er den Duden durchzublättern und einen Paragraphen zu zitieren in der Lage war. Traurig das. Aber immerhin kannte der Diskussionspartner den Duden, was mitunter auch schon als Pluspunkt zu sehen ist.
Genau das meinte ich. Gehört meiner Meinung nach verboten, aber wer fragt mich schon?
Schlimm finde ich, was substantiell dahintersteht, nämlich die Anpassung der Regel an den Regelverletzer. Stehlen wird ja auch nicht erlaubt, nur weil es viele machen, oder?
Der Punkt mit den Anpassungen ist streitbar. Natürlich ist Sprache organisch und wandelt sich im Laufe der Zeit; so manches, was für uns in Ordnung scheint, hat unseren Großeltern noch Herzkasper beschert.
Aber das sollte keine Rechtfertigung für die generelle Legitimation von Gebräuchen sein, die nach dem aktuellen Stand fehlerhaft sind. Ich hoffe, sinnlose wörtliche Übersetzungen wie "Sinn machen" anstatt "Sinn ergeben" bekommen nie einen offiziellen Segen - ansonsten werden wir uns aber leider damit abfinden müssen.
Natürlich haben Sie in dem Punkt recht, und gerade mir als Linguistin ist es ein Fest, Sprachwandel zu beobachten, zu dokumentieren und zu abstrahieren. Dennoch handelt sich bei einigen Veränderungen nicht bloß um orthographische Feinheiten sondern um einen strukturellen Abbau, den ich persönlich nicht positiv bewerte, aber das ist ja mein Privatvergnügen. Damit wird man wohl leben müssen. Ist ja auch alles halb so wild.
Schlimm finde ich, was substantiell dahintersteht, nämlich die Anpassung der Regel an den Regelverletzer. Stehlen wird ja auch nicht erlaubt, nur weil es viele machen, oder?
Aber das sollte keine Rechtfertigung für die generelle Legitimation von Gebräuchen sein, die nach dem aktuellen Stand fehlerhaft sind. Ich hoffe, sinnlose wörtliche Übersetzungen wie "Sinn machen" anstatt "Sinn ergeben" bekommen nie einen offiziellen Segen - ansonsten werden wir uns aber leider damit abfinden müssen.